Ich will schreiben, irgendwas zieht mich hierher. Doch kaum beginne ich zu tippen, schon schwindet meine Motivation, mein Eifer – mein Wille ist gebrochen und liegt in Scherben auf dem Fußboden.
Ich weiß wirklich nicht, was mit mir los ist. Zuhause halte ich es nicht mehr aus – diese triste und energieabsaugende Aura die von jedem Zimmer kommt, macht mich fertig. Im Wohnzimmer sitzt mein, von mir über alles verachteter, Vater und sitzt mit krummen Buckel und ungewaschenen, grauen Haaren vor seinem Computer – und surft auf einer Website über Wurst.
Mein Zimmer teile ich mir mit meinem Bruder, welcher die ganze Zeit das Gleiche rauf und runter hört und tut. Ich finde keine Ruhe, nicht solange ich dort bin. Nichtmal die verdammte Sonne scheint mir durchs Fenster rein – es ist zu klein.
Mir ist den ganzen Tag lang kalt – ich zittere im Angesicht der Tatsachen, welchen ich mich Tag für Tag stellen muss.
Ich fühle mich so allein und verlassen, kein Wunder: Bei mir zuhause knistert die Luft vor Streitsucht und Feindseligkeit. Es kümmert sich eigentlich niemand um mich – und meiner besten Freundin(?) habe ich auf die Frage, was mit mir los sei, mit einem “Zach” geantwortet. Ich schaufle mir mein eigenes Grab, suche den Grabstein aus und bezahle sogar für die Gravierungen und den Sarg bevor ich mich hineinlege.
Ich habe mehr als eine halbe Stunde für diese Zeilen gebraucht, und das einzige was ich momentan fühle, ist Kälte und Angst.
Zitternd,
Alex…